033: Der Fluch des Storytelling

033: Der Fluch des Storytelling

"Nutze Storytelling für Vortrag und Auftritt!" 

Eine kleine Empfehlung, die mächtig Druck machen kann. Soviel, dass Leute denken: "oh, ich habe doch gar nichts zu sagen."

Das ist natürlich Bullshit! Auch du hast was zu sagen. Wie du an die Quelle deiner Geschichten kommst und dich vom Druck des Storytelling befreist, darum geht es hier!



In dieser Folge erfährst du ...

... was Storytelling mit einem trojanischen Pferd zu tun hat

... was das Gefährliche am Konzept "Storytelling" ist

... wie du den Druck, einzigartige Geschichten zu (er)finden, loslässt

... wie du deinen Geschichtenfundus erweiterst

... warum "besonders sein wollen" Gift ist und dir im Weg steht


Die Shownotes zur Folge:

Meine zwei aktuellen Lieblingsbücher zum Thema Storytelling, falls du doch tiefer ins Thema einsteigen willst:

1. Thomas Pyczak: Tell me! 

2. Margot Leitman: Long Story Short.


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Buchtipp zum Thema Geschichten fürs Storytelling: Detlev Blenk: Inhalte auf den Punkt gebracht


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Für Leseliebhaber - die ganze Folge zum Nachlesen ...


Hallo und willkommen. Schön, dass du da bist nochmal. Als ich das Jahr begann mit den Raunächten, da habe ich sehr viel geschrieben, da war 

ich extrem inspiriert. 

Ich hatte Lust. Ich hatte Energie. Und ich hatte Ideen. 

Unter anderem für diesen Podcast und generell für mein Business. 

Irgendwie kam dann alles anders. 

Meine Familie wurde ganz schön durchgerüttelt mit extrem vielen Krankheitsgeschichten. Keine wirklich schlimm, also keine Sorge, aber einfach nur viel. Es hat mich extrem gebremst, wenn ständig einer von vier Leuten und dann noch die ganze Familie drumherum, die jetzt nicht extrem nah ist, aber trotzdem auch mit Krankheit gebeutelt ist, dann macht das was mit mir zumindest. 

Gleichzeitig war der Umzug meines Podcast, was du vielleicht mitbekommen hast, der Feed hatte sich geändert und es war eine kleine Katastrophe. 

Es ging nämlich gar nichts mehr. 

Auch das hat mich total abgebremst. 

Dann war noch Winter und so ein Winter ist nicht meine Jahreszeit. 

Wenn du mich mit einem Tier vergleichen möchtest, nimm einen Zugvogel. Ich würde wegfliegen. 

Zumindest wäre ich einen Winterschlaf haltendes Tier, aber wahrscheinlich eher der Zugvogel, der weggeht und gar nicht hier ist. 

Ich bin hier, weil ich ein Schulkind habe, aber meine Lust und meine Laune sind nicht unbedingt hier anwesend im Winter. 

Das kann ich einmal für einen Tag oder für eine Woche machen, nicht für drei Monate. 

Alles in allem, ich war wirklich gebremst und irgendwann habe ich dem nachgegeben, habe gesagt, okay, so ist es gerade und habe den Podcast erst mal Podcast sein lassen und mich nach innen begeben, besonnen meine innere Stimme wahrgenommen und auf mich gehört, was gerade los ist. 

Ja, deswegen gibt es in der nächsten Woche die wunderbar passende Folge über innere Stimme, die zu einer äußeren Stimme führt. Aus einem Interview, was ich schon vor einer längeren Zeit aufgenommen habe. 

Diesmal habe ich mir aber dann etwas anderes ausgesucht. Aber bevor ich darüber erzähle, das einfach zur Erklärung, warum war es hier ruhig. 

Ich möchte mich dafür bedanken, dass du jetzt reinhörst, dass du ausgehalten hast, gewartet hast, vielleicht dich gefragt hast, wo ich bin, wo der Podcast ist. Danke dafür. 

Ich weiß, so ein Podcast wird gerne mit einer Beziehung verglichen. Ich habe sozusagen gerade nichts für die Beziehung gemacht. Nun hoffe ich, dass bei guten Beziehungen tatsächlich, dass die so stabil sind, dass auch mal von einer Seite mal nicht so viel Energie kommen kann. 

Okay, ich bin hier in einer besonderen Rolle, aber trotzdem, das ist einfach ein bisschen das, was ich generell über Beziehungen immer hoffe, dass es ein Geben und Nehmen ist und dass es manchmal auch Zeiten gibt, wo man mehr nimmt, weniger gibt und umgekehrt. Jetzt bin ich da. Ich bin zumindest für die nächsten vier Wochen unglaublich klar und ich bin motiviert. 

Das heißt du wirst in den nächsten vier Wochen tatsächlich jede Woche mal eine Folge bekommen. Ich habe das Gefühl, ich muss einiges nachholen, es gibt einiges zu senden, zu sagen, in die Welt raus zu schicken. 

Zwei Interviews, die fertig sind, diese Einzelfolge, eine andere Folge noch und dann schaue ich mal, ob ich zu meinem 14-tägigen Rhythmus zurückkehre oder ob es tatsächlich wöchentlich bleibt. Keine Ahnung. Das erzähle ich dir dann in vier Wochen. Jetzt schaue ich einfach erst mal, wie es ist wieder in den Flow rein zu kommen, was ich gerne mit dem Frühling hier möchte. 

Jetzt habe ich überlegt, worüber spreche ich in dieser Folge? Schieße ich gleich ein Interview raus oder rede ich erst mal? 

Ich habe mir gedacht, ich möchte erst mal ganz allein und persönlich mit dir reden, zu dir reden. 


Storytelling und die Sorge "Hilfe, ich habe gar nichts zu sagen"


Das Thema, was am naheliegendsten war, war tatsächlich das, dass ich nämlich in diesen zwei Monaten, wo ich gar nichts raus gesandt habe, irgendwann an den Punkt kam, wo ich sogar das Gefühl hatte, "oh Gott, ich habe gerade gar nichts zu sagen." 

Das ist der Aufhänger für das, was heute hier kommt. 

Es ist nämlich kein Satz, den ich nur von mir kenne, sondern einen Satz, den ich auch von Kunden zu hören bekomme, wenn wir sehr tief arbeiten und wenn die sehr ehrlich in dem Moment sind. 

Die reden natürlich nicht davon, dass sie gar nichts zu sagen haben, das stimmt so nicht, sondern die reden über einen inneren Zweifel, eine innere Stimme, die ausgesprochen wird. 

Vielleicht kennst du auch diese innere Stimme, die sagt: "ach, ganz ehrlich? Ich habe das Gefühl, ich habe nichts zu sagen." 

Wenn es dir so geht, ist es deine Folge. Genau genommen möchte ich mit dir über Storytelling reden. 

Storytelling habe ich angekündigt als einen Fluch. 

Aber es ist natürlich beides, es ist ein absoluter Segen und es ist auch ein Fluch. 


Storytelling ist Segen


Was meine ich mit Segen? 

Nun Storytelling ist eine unglaublich effektive Variante und Methode, Menschen nahezukommen, mit deinem Sprechen, mit deinen Worten. 

Ich habe mal den Vergleich gelesen - und den finde ich unglaublich passend - es sei wie ein trojanisches Pferd. 

Du merkst, wenn ich solche Worte, Begriffe benutze, es kann aus dir selbst herauskommen und es kann etwas sein, was du unglaublich strategisch verwendest. Es kann beides sein. 

Ein trojanisches Pferd für Ideen, für Zahlen, für Fakten, die du rüberbringen möchtest. 

Was heißt das? 

Nun, wenn du die Geschichte vom trojanischen Pferd kennst, diese Geschichte geht folgendermaßen: 

Man erzählt, dass die Griechen und die Trojaner seit zehn Jahren im Krieg lagen und die Griechen, die bei Troja diesen Kampf führten, waren schon lange von zu Hause weg, waren müde und hatten nicht mehr so viel Kraft und Lust zu kämpfen. 

Deswegen haben sie sich nochmal versammelt und überlegt, was können wir jetzt tun und hatten dann die Idee und die wird manchmal auf Odysseus zurückgeführt, zu sagen: 

Wir bauen ein Pferd, was in den Farben und Flaggen von Troja ist. Wir kleiden uns auch so und stellen das vor das Tor. Das wurde auch gemacht und dann haben die Trojaner gedacht, das gehörte zu ihrer Artillerie, wir lassen das rein, dieses große hölzerne Pferd, wo Griechen drinnen versteckt waren. Haben das aufgemacht das Tor, haben das Pferd reingezogen und als dann das Pferd mit den Griechen drinnen war, sind sie rausgekommen aus dem Pferd und haben sozusagen von innen die Schlacht gewonnen. 

Das ist das Bild dahinter. 

Es muss nicht ganz so kriegerisch sein, aber die Idee ist tatsächlich so, dass du mit dem Vehikel der Geschichte eine Idee, einen Gedanken in das Ohr, in das Gehirn und auch in das Herz des Menschen hineinbekommst, der da hört und dass diese Idee viel mehr Anklang findet, als wenn du die Idee, die Daten, die Fakten einfach so nennen würdest. 

Wenn du sie in eine Geschichte verpackst oder mit Geschichten zusammen erzählst, dann ist es halt leichter annehmbar tatsächlich für unser Gehirn auf einer ganz unbewussten Ebene. 

Das heißt du kannst sozusagen mit Geschichten einen Samen legen, eine Idee pflanzen, die aufgeht im anderen. Das finde ich einen unglaublichen Segen und unglaublich schön als Idee. 


Der Fluch des Storytelling


Aber es ist in aller Munde und ich erlebe es gerade selbst ein bisschen als Fluch. 

Als Fluch deswegen, weil es solche Aussagen gibt wie: "du musst unbedingt Storytelling machen"

Oder auch Leute, die zu mir kommen und sagen: "ich bin nicht so ein guter Storyteller, aber ich muss das jetzt machen." 

Huh! Da kriege immer gleich eine Enge. Bei mir gehen dann richtig alle Zellen zu. 

Ich merke dann: Puh, da entsteht ganz schön Druck. 

Wo Druck ist, fließt keine Kreativität, da fließen keine neuen Gedanken, da fließen auch keine Geschichten im Kopf durch und da kommen dann solche Gedanken auf wie: "ich habe gar nichts zu sagen."

Meines Erachtens eine Form von Resignation.

Das meine ich mit dem Fluch, dem Fluch, wenn da so viel Druck drin ist. 

Ich möchte dir ein bisschen den Druck rausnehmen aus dem Storytelling, auch vielleicht noch ein Stückchen mit dir gemeinsam hier aufdecken, wo sitzt denn der Druck genau? Wenn wir den dann wegnehmen, wie kannst du mehr Lust gewinnen das zu machen, wie kannst du in dir und wo in dir kannst du auch die Kraft finden für deine eigenen Geschichten, damit du ein bisschen damit rausgeht auf deine persönliche Art und Weise. 


"Hilfe, ich habe keine tollen Geschichten fürs Storytelling zu erzählen!"


Gehen wir jetzt davon aus, du hast diesen Satz mal in deinem Kopf gehabt, ich habe nichts zu sagen beziehungsweise ich habe keine tollen Geschichten für ein Storytelling zu erzählen. Woran kann das liegen und was kannst du dagegen tun? Lass es uns anschauen. 

Nun, das allererste, was tatsächlich passieren kann, dass du in so einer Situation bist wie ich, wo du eigentlich erschöpft bist und wo es einen Teil von dir gibt, der dich schützen will. Das lasse ich ein bisschen außen vor. Aber ich erwähne es dennoch der Vollständigkeit halber. 

Das ist jetzt nichts wirklich, was mit Storytelling zu tun hat, sondern generell was mit deinem Leben. 

Ich glaube immer mehr: 

Es gibt eine Zeit des Hörens und es gibt eine Zeit des Redens. 

Des Mitteilens, was im Wort Kommunikation ja drinnen steckt. Manchmal braucht es etwas mehr Zeit, um nach innen zu hören in sich selbst, um die Geschichten in dir wiederzufinden, die eigentlich alle schon da sind. Möglicherweise ist das dann gerade dran. 

Ich finde, diesen Raum sollte man sich auch nehmen, ganz unabhängig von Jahreszeiten oder dem, was da gerade draußen passiert. 

Je lauter es um einen drum rum ist, egal ob in Social Media oder real im Leben, desto mehr ist es vielleicht sogar gerade Zeit, sich die Zeit des nach Innenhörens zu nehmen. 

Das einfach als ein Gedanke am Rande. 

Wirklich interessant jetzt für dieses, ich habe keine besonderen Storys zu erzählen, ist tatsächlich die Haltung. Das ist der erste Punkt, den ich dir nennen will. 

1. Deine Haltung:

Ich erlebe bei manchen Menschen die Haltung: "naja ich habe einfach nicht so spannende Dinge erlebt." 

Das sind oft sehr reflektierte Leute, die ohne es zu merken ein Understatement machen. 

Letztens hat mich doch tatsächlich auch ein Kollege darauf hingewiesen, dass ich offensichtlich auch da mal wieder reingetappt bin, weil ich in einem Gespräch irgendwann erwähnte von einer Reise, die ich in Tansania hatte und was mir da passiert ist. 

Der so: Was? Du was dort? Aha, das wusste ich gar nicht. 

Ich so: Warum sollst du das auch wissen? 

Der so: Naja, das musst du erzählen, das ist spannend. 

So nach und nach im Gespräch erzählte ich dann. Er entdeckte so nach und nach, dass da noch mehr Geschichten und auch noch mehr Reisen dran hingen. 

Er meinte: wow, du hast richtig viele Storys zu erzählen. 

Ich so: Wie? Ich habe viele Storys zu erzählen? Ich habe einfach nur ein bisschen gelebt.

Da meinte er: Eben. 

Genau das ist das Spannende, dass wir oft selber gar nicht die Dinge, die wir erlebt haben, als interessant bewerten, um weitererzählt zu werden in diesem beruflichen Kontext und dass wir einfach lernen müssen die Erlebnisse aus einem Kontext zu übersetzen für einen anderen Zusammenhang und Kontext, um dort diese Geschichte weiter zu erzählen und eine Botschaft darüber zu geben. 

Das ist das erste, was ich dir sagen will: verändere deine Haltung von „ich habe nicht so spannende Dinge zu erzählen“ zu „ich habe da eine ganze Menge an interessanten Dingen erlebt“

Egal, was dein Kontext ist, du musst kein digitaler Nomade sein, der jede Woche woanders ist, um interessante und spannende Dinge zu erzählen. Es können Dinge sein, die dir im Zug passieren, die du beim Wickeln mit einem Kind erlebt hast oder, oder, oder, was auch immer dein Kontext ist, mit dem du gerade viel zu tun hast. 


2. Scheitern willkommen:

Der zweite Punkt, den ich hier erwähnen möchte, ist tatsächlich, vielleicht hat er auch eher was mit dem ersten Punkt noch zu tun, aber ich habe ihn als zweiten Punkt aufgenommen, weil manche Leute mir auch sagen, ich habe nicht so schöne Sachen erlebt. 

Aus Storytelling-Sicht kann man da nur sagen, wunderbar. Es gibt so einen englischsprachigen Spruch, der heißt 

„A man without his story, is a man without a story." 

Ein Mann ohne seine Geschichte ist ein Mann ohne eine Geschichte. 

Das heißt du brauchst tatsächlich deine persönliche Geschichte, die du erlebt hast. Das Interessante ist tatsächlich nicht unbedingt die Erfahrung von Glück, sondern die Erfahrung von Leiden und wie du darüber hinweg gegangen bist. 

Weil klassisches Storytelling baut auf einer Heldengeschichte auf. 

Es gibt einen Helden, der erlebt ein Problem und er findet eine Lösung, um das mal ganz kurz zusammenzufassen und zu sagen, und dieses Problem gehabt haben und eine Lösung gefunden haben. Das ist das eigentlich Interessante. 

Also erzähle nicht unbedingt von Problemen, die gerade noch aktuell sind, es sei denn, du kannst einfach mit sowas auch gut umgehen. Aber aus Storytelling-Sicht interessanter sind einfach die Sachen, die du erzählst, die die sozusagen schon gelöst sind in dir und die du deswegen weitergeben kannst. Weil du erzählst aus der Sicht deines Mentors, wie es so schön im Storytelling heißt, als derjenigen, der einen Rat weitergeben kann an den Helden, der da hört und der noch eine Lösung braucht. 

Das als die zweite Idee, also nicht unbedingt die perfekten Glücksgeschichten, sondern die, wo du weiser und reifer hervorgegangen bist. 


3. Einzigartigkeit loslassen:

Jetzt komme ich zu dem eigentlichen und wichtigsten Punkt für mich an dieser Stelle. Ich habe nämlich gemerkt, es gibt eine große Hürde und das ist der eigentliche Fluch des Storytellings. Der Kern. 

Im Grunde haben wir oft das Gefühl und den Druck und die Aussage, dass wir nicht das gut können, weil da ein Satz ist, nämlich meine Story, meine Geschichte, die muss was Besonderes sein. 

Ich muss was Besonderes sein, ich muss einzigartig sein. Das ist der Fluch. 

Diese Einzigartigkeit in der Geschichte, die wir reinnehmen wollen, die kann so viel Druck machen. Dieses Besonders-Sein-Wollen, dieses Gefallen-Wollen und Hervorstechen-Wollen, was da drinsteckt, das ist eine richtig böse Falle. 

Eine böse Falle, weil es steht nicht in deiner Macht, ob du für die anderen einzigartig bist. 

Du wirst es nicht hundertprozentig erfahren können und wahrscheinlich wirst du für manche einzigartig sein und für andere nicht. 

Was du dagegen tun kannst und was die Lösung für mich an der Stelle ist, ist tatsächlich: sei du selbst, erzähl von dir, erzähl deine Geschichten. 

Dann hast du nämlich einen Nebeneffekt. Dann ist es einzigartig. Aber das ist nicht das Ziel, das Einzigartig-Sein, sondern das ist einfach der Nebeneffekt. 

Dieser Fluch, den auch diese Suche nach dem USP, nach der Unique Selling Proposition mit sich bringt oder auch ganze Programme, die sagen, finde deine Einzigartigkeit, um hervorzustechen aus vielen anderen Mitbewerbern, das ist ein unglaublicher Druckaufbau. 

Den Weg, den du nehmen kannst, ist, im Grunde dich abzuwenden von dieser Idee und dem Druck. Wende dich dir zu und sage dir; das ist meine Geschichte, was habe ich erlebt, was habe ich zu erzählen? 

Dann teilst du das auf deine Art und Weise, mit deinem Storytelling-Konzept, was dahinter ist. Weil selbst diese ganzen Regeln, die es dafür gibt, kannst du auch verändern. Das heißt du musst nichts Tolleres erfinden, du musst nicht irgendwas repräsentieren und irgendwas Großes machen. 

Ich weiß, es gibt diese Art von Leute, die Storytelling auf diese Art und Weise erzählen und die das fast schauspielerisch ausschmücken. Das braucht es aber gar nicht, um Leute zu berühren. Einfach indem du deine Werte lebst, indem du das aussprichst, was dir wichtig ist, was du erlebt hast, was du daraus gelernt hast, da wird es spannend. Das kannst du heute schon nutzen ohne irgendeinen Workshop gemacht zu haben, ohne eine tolle Riesentechnik dahinter zu haben. 

Erzähl einfach, was dich bewegt hat, was du erlebt hast und was du daraus gelernt hast. Und schon hast du deine ganz einzigartige Storytelling-Geschichte ohne, dass die Einzigartigkeit dir Druck macht, einfach weil du auf dich gehört hast. 

Das finde ich total wichtig. 


4. Wenige Geschichten genügen

Dann gibt es immer nochmal den Punkt, wo man denkt, jetzt habe ich irgendwie gar nichts Neues zu erzählen. 

Erstens du darfst deine Geschichte so oft erzählen wie du willst, weil es wird deine persönliche Story werden. Irgendwann ist, vielleicht nach ein paar Jahren, mal eine andere Story dran, weil du dich weiterentwickelt hast. Aber das, was wir im Grunde wollen, ist eine super Signature-Story, also eine persönliche auf dich zugeschnittene Geschichte, die du immer wieder und wieder erzählst. 

Wenn du dir ein paar große Redner anguckst, die wiederholen ihre Geschichten auch. 

Du brauchst nicht 20 Geschichten, eine genügt zum Beispiel. 

Wenn du nebenbei noch ein paar andere Geschichten erzählen willst, die jetzt nicht deine große Hauptgeschichte ausmachen, dann empfehle ich folgendes. 

Das ist der zweite Punkt, den ich dir noch nennen wollte. So mache ich es nämlich. Ich habe einen Geschichtenfundus. Das ist bei mir tatsächlich ein echter Ordner, Storytelling steht da drauf. 

Da gibt es drei Abteilungen. 


5. So erstellst du dir deinen Geschichtenfundus:

In der ersten Abteilung sammle ich seit vielen Jahren schon, weil mich das immer begeistert hat und damit habe ich angefangen, kleine kurze Geschichten, Fabeln, Gleichnisse, Märchen, Dinge, die man mal schnell als Beispiel für etwas erzählen kann, um eine Moral vielleicht in einem Training, in einem Workshop dann zusammenzufassen. Mit solchen Dingen habe ich begonnen mich diesem Thema zu nähern. 

Die waren erstmal so schön sicher, weil die konnte ich theoretisch auswendig lernen. Ist einfach erstmal was, was mir den Halt gegeben hat mich an dieses Thema heran zu nähern.

 Ich liebe die, es gibt ganz tolle Bücher, die einfach eine ganze Sammlung von Geschichten haben. Ich werde mal schauen, welche ich da zusammentrage und werde dir ein paar verlinken. Das ist eine super Sache, um einfach ein paar Bilder, Gleichnisse für Vorträge mit rein zu nehmen, die jetzt nicht unbedingt einen persönlich ganz stark betreffen. 

Das nächste ist, dass ich auch die Geschichten, die ich von anderen höre, sammle und mir Notizen dazu mache. Weil ich denke, ich muss nicht meine eigenen erzählen, ich kann auch erzählen: "ein Kollege erzählt mir eines Tages ..." und dann erzähle ich seine Geschichte oder ihre Geschichte, je nachdem. 

Der Effekt ist der gleiche auf den Hörer. Es ist in eine Geschichte verpackt, eine Information, eine Botschaft, die ich rüber bringe. Auch das berührt. 

Dann gibt es noch die eigenen, die du sammeln kannst. Das ist die dritte Abteilung in dem Ordner. 

Da kannst du welche sammeln, die du nebenbei einfach mal erzählst, kleine Erlebnisse. Du kannst natürlich deine groß ausgearbeitete Signature-Story da mitreinpacken, die du dann jedes Mal für einen Vortrag nutzen magst zum Beispiel. Für die eigenen Geschichten braucht es meines Erachtens ein bisschen Reflexionszeit und was unglaublich hilfreich an der Stelle ist, ist tatsächlich schreiben in meinen Augen. 

Wenn du sowas wie Morgenseiten liebst, am Morgen zu schreiben, Tagebuch zu schreiben, Erfolgstagebuch zu schreiben oder irgend sowas, kannst du das damit einbauen, das du mal reflektierst: 

  • Was hast du erlebt? 
  • Wo gab es einen Konflikt? 
  • Wo habe ich eine Lösung gefunden? 
  • Was habe ich daraus gelernt? 
  • Ist das wert, das weiter zu erzählen? 

Dann sammelst du dir das und schreibst dir das auf. So wirst du merken, nach einem Jahr, wenn du das ein Jahr durchziehst, hast du einen wirklich wunderbaren Fundus. 

Du brauchst hier keine 20 und auch keine 100 Geschichten. Wenn du in jede Kategorie 3 hast, die gut für dich passen, dann ist das perfekt. 

Das ist das, was ich dir heute mitgeben wollte. 

Ich will es auch gar nicht mehr in die Länge ziehen. 


Fazit:

Meiner Meinung nach haben wir alle Geschichten zu erzählen. Wenn du vielleicht gerade nicht so viel zu erzählen hast und meinst, nicht so viel zu erzählen zu haben, dann mache dein Leben spannender, damit dir wieder mehr Sachen passieren, mache mehr Risiken. 

Wenn du mehr Risiko haben willst, komme in unsere Facebook-Gruppe. Dort wird es ab dem 19. März ziemlich risikohafte Aufgaben geben. Kündige ich jetzt mal so an, wir machen eine Rejection Crusher Week mit euch und ich freue mich, wenn du dabei willst. 

Die Facebook-Gruppe heißt „Public Speaking People“

Die verlinke ich natürlich auch in den Shownotes. 

Ansonsten vergiss die Techniken rund ums Storytelling, sondern komme einfach erst mal in deine Wahrnehmung deiner eigenen Geschichten, der Geschichten von anderen und beginne zu reden, beginne über die Erlebnisse, die du hattest, zu reden, um dich da heranzutasten. 

Es muss nicht immer gleich die perfekte Storytelling-Technik sein. 

Wenn du das doch tun möchtest, gebe ich dir eine Übung mit. Schreib doch mal, mache kreatives Schreiben 10 Minuten lang am Tag, eine Woche lang über „I remember“, also ich erinnere mich an. Dann schreibe alles, was dir einfällt und wenn dir nichts mehr einfällt, fängst du wieder an mit "ich erinnere mich daran, dass …" und schreibst weiter. 

Ich erinnere mich, dass … 

also ich erinnere mich daran, dass ich in Tansania im Krankenhaus in Moshi lag und auf den Kilimandscharo schauen durfte und extra das Bett am Fenster bekommen hatte. 

Ich erinnere mich daran, dass alle dachten, ich wäre auf diesen Berg hochgeklettert, auf den Kilimandscharo und dass ich dann immer leider enttäuschen musste, nein, habe ich nicht

Ich erinnere mich daran, dass ich stattdessen in einem Projekt gelebt und gearbeitet habe, wo überhaupt keine Touristen waren ...usw. 

So könntest du einfach deine Erinnerung schreiben und weitererzählen. 


Wenn du jetzt sagst, ich will meine eigene Geschichte aber wirklich jetzt endlich mal auf die Bühne bringen, ich will darüber reden können, ich möchte genau meine Business Geschichte finden, das, was mein Motiv ist, was meine Mission ist und irgendwie gut einbinden in meinen Vortrag, in meine Rede, dann kannst du gerne mit mir an deiner Signature-Story, an deiner Signature-Speech, wie ich es auch nenne, arbeiten, wo wir deine persönliche Business-Geschichte entwickeln, mit der du ab sofort dann rausgehen kannst. 

Ich arbeite da gerade schon mit zwei Leuten daran. Ich möchte da selber für mich einen Weg, einen Prozess, eine Methode entwickeln mit Leuten zu arbeiten. Und ich suche noch 8 weitere Leute, die Lust haben daran mit mir zu arbeiten. Wenn du Lust hast, melde dich bei mir: info@steffischwarzack.de. 

Ansonsten freue ich mich einfach auf deine Rückmeldung, auf das Teilen von diesem Podcast hier und natürlich, dass du so lange wieder dabei warst und durchgehalten hast, als du nichts von mir gehört hast. 

Ab jetzt gibt's wieder was zu sagen, ich hoffe bei uns beiden. ;)

Zeig dich und sprich! 

Mach's gut. 

Tschüss!

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Steffi Schwarzack

Als Auftrittsmentorin unterstützt Steffi Schwarzack Experten* mit Botschaft dabei, dieser Botschaft eine Stimme zu geben, so dass sie gehört wird - ohne Struggle wie Zittern oder Lampenfieber. 
* Als Kompromiss zwischen gendergerechter Ansprache aller Geschlechter und der Einfachheit im Sprechen & Lesen sind hier entsprechende Begriffe mit * gekennzeichnet.

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