044: Geliebt-gehasste Rampensau - Warum du dominantes Verhalten lieben musst, auch wenn du anders bist

044: Geliebt-gehasste Rampensau - Warum du dominantes Verhalten lieben musst, auch wenn du anders bist

Findest du dominantes Verhalten auch doof und unhöflich? Bei Macht bekommst du negative statt positive Assoziationen? 

Aber Präsentieren willst du deine Ideen schon? 

Schwierige Kombination diese Ambivalenz. Denn eine Portion Dominanz braucht es immer, wenn du in den Mittelpunkt trittst. 

Deswegen ist es an der Zeit den dominanten Part in dir selbst aus dem Schatten zu holen. Hier geht es darum!

In dieser Folge erfährst du: 

  • wieso du auch Dominanzstreben in dir hast, selbst wenn du es bisher abgelehnt hast
  • dass du ja zur Macht sagen musst, um erfolgreiche Auftritte zu meistern
  • wie du diesen Schatten integriert bekommst
  • was deine Hormone und Neurotransmitter mit deinem Handeln zu tun haben
  • wieso du als Introvertierter mal nett zu den Extrovertierten sein solltest


Die Shownotes zur Folge: 

Spectrum Kommunikationstraining von Evelyne Maaß und Karsten Ritschl

Buchtipp: Maja Storch: Die Sehnsucht der starken Frau nach dem starken Mann

Buchtipp: Josef Zehentbauer: Körpereigene Drogen

Buchtipp: Hans-Georg Häusel: Think limbic!

Buchtipp: Evelyne Maaß/ Karsten Ritschl: Die Sprache der Motivation

Buchtipp: Rebekka Reinhard: Kleine Philosophie der Macht. Nur für Frauen.

Buchtipp: Shelle Rose Charvet: Wort sei dank.

Was sind innere Antreiber?  Hier erklärt.

Was sind Motivationsprofile? Hier erklärt.




Für Leseliebhaber: Geliebt-gehasste Rampensau - Warum du dominantes Verhalten lieben musst, auch wenn du anders bist


Hi, willkommen, schön, dass du da bist!

Lass mich dich gleich mal direkt fragen:

  • Wie ist es um deine dominante Seite bestellt? 
  • Ist es dir erlaubt, auch mal so richtig laut im Mittelpunkt zu stehen? 
  • Fühlst du dich wohl und natürlich, wenn du die zentrale Rolle spielst (und damit vielleicht anderen den Raum WEGnimmst)?

Oder sind das für dich eher zwiespältige Gefühle?

Wenn du eine gewisse Ambivalenz vor einem Auftritt in Meeting oder Präsentation empfindest, ist das eher die Norm als die Ausnahme. Daher: willkommen im Club!

Ich kenne es selbst und hab es letztens von einer Kundin gehört. Die fragte nämlich: Wie kann ich selbst so sein, wenn ich so ein Verhalten bei Anderen ablehne?

Gute Frage. Wenn du es ablehnst, wird es schwierig.

Wenn du etwas willst: nämlich auftreten, gehört werden, damit also im Mittelpunkt stehen und andererseits es nicht willst, weil du so ein Verhalten doof findest, dann hast du ein Problem.

Dann hast du zwei widersprüchliche Botschaften in dir.

Und das ist der springende Punkt.

Diese Folge ist ein Plädoyer und einer Einladung Frieden mit deiner eigenen inneren Rampensau zu schließen!

Und ja, ich bin davon überzeugt, dass auch du eine solche hast – egal wie leise zart oder experimentell verspielt du sonst so durchs Leben gehst. 

Wir haben alle eine kleine (oder größere) Rampensau in uns.

Wie komme ich darauf?

Es gibt ja viele verschiedene Persönlichkeitsmodelle – das Problem was ich mit denen immer habe, ist dass sie so tun, als wären Menschen immer gleich.

Sind sie aber nicht.

Ich bin nicht nur introvertiert, ich habe auch extrovertierte Seiten und Momente. Ich bin nicht nur sensibel, ich kann auch unsensibel sein. Ich bin nicht nur reaktiv abwartend, sondern in vielen vielen Kontexten auch sehr proaktiv.

Wir alle sind so. Wir alle haben alle Facetten des Ausdrucks in uns.

Davon bin ich überzeugt.

In der Psychologie gibt es Richtungen, die das Kontextuelle also den Einfluss der Situation aufs Verhalten beachten und die eben festgestellt haben, dass Menschen sich je nach Situation gaaanz anders verhalten. 

Das erklärt. warum die brave Hausfrau plötzlich ihre andere Seite auslebt und mit dem latin lover durchbrennt und wieso ein cooler Checker bei einem Vortrag kalte Füße bekommen und zugleich ins Schwitzen kommen kann. Wieso ein Mauerblümchen uns mit einer Rede unglaublich beeindruckt. usw.

Ich bin ein großer Anhänger von solch kontextuellen Modellen. Und ganz besonders von einem:

Von den sogenannten Motivationsprofilen.

Gelernt habe ich das bei Evelyne Maaß und Karsten Ritschel in Berlin und sie haben es weiterentwickelt aus zwei Modellen, die sie von der Kanadierin Shelle Rose Charvet mit dem LAB Profile und Hans Georg Häusel der limbische Profile in seinen Büchern dargestellt hat.

Es ist etwas komplex aber die Grundidee ist: aufgrund der Sprachmuster, die Menschen benutzen, und meinen Beobachtungen wie sie sich verhalten, kann ich sagen, wie sie in einem bestimmen Kontext ticken und auch voraussagen, wie sie sich verhalten werden.

Für mich macht das ganz viel Sinn und es ist sehr sehr spannend und eben flexibel, weil es wirklich den Kontext berücksichtigt.

Ich werde dir nicht das ganze Modell darstellen, sondern nur einen kleinen Miniteil, der für unsere Fragestellung relevant ist.

Und zwar den Teil der limbischen Bevorzugungen, die du eben auch bei Hans Georg Häusel in den Büchern findest.

Teil 1: Dominanz ist in unserer Natur verankert.

Die Idee (wie ich sie verstanden habe und mit ihr arbeite) ist folgende:

Wir Menschen haben 3 Richtungen unseres Strebens im Leben, die durch unsere Natur also speziell durch unsere Hormone und die Neurotransmitter in unserem Körper beeinflusst werden.

Einerseits ist das:

1. Dominanz

Der Wunsch sich im Leben zu behaupten und durchzusetzen. 

Die Hormone, die dafür zuständig sind, sind eben v.a. Testosteron, Noradrenalin.

2. Stimulanz

Der Wunsch nach Entdeckung, nach Neuem, nach Abenteuer. Verantwortliche Hormone: u.a. Serotonin, Dopamin.

3. Balance

Der Wunsch nach Zugehörigkeit, Nähe, Harmonie und Sicherheitsstreben.

Verantwortliche Hormone: u.a. Oxytocin


Wir haben Präferenzen! Ja! Aber wir haben jeder ALLE Hormone bzw. Neurotransmitter in unserem Körper! Sonst hätten wir ein großes hormonelles Ungleichgewicht.

Wie gering es auch ausgeprägt sein mag, auch du hast Testosteron in deinem Blut. Ja, auch wir Frauen haben es, und ja, eine geringe Portion reicht auch, um mal seinem Dominanzstreben auf einer Bühne nachzugeben.

Es ist deine Natur, dass du auch Dominanz in dir hast!

Nicht immer. Aber immer wieder°

Hier spreche ich im folgenden nicht für Individuen sondern statistisch. Es mag sein, dass es bei dir ganz anders ist. Aber überleg mal: 

Dieses Modell erklärt im Grunde auch, warum es eben einfach mal mehr Männer gibt, die Dominanzstreben haben und als Speaker Karriere machen wollen. Männer haben weit mehr Testosteron im Blut.

Es erklärt auch, wieso Frauen um die 30 für die nächsten 10 Jahre oft einen Karriereknick haben. Wenn der Wunsch nach Kinderkriegen aufkommt, verändert sich das Verhältnis von Oxytocin und Testosteron.

Es erklärt, wieso die meisten Frauen, die es als Speakerinnen auf die Bühne unterwegs sind, keine Kinder oder schon erwachsene haben. 

Also, was will ich dir damit sagen?

Es liegt in unserer Natur, dass wir alle nach Dominanz und Durchsetzung, nach Neuem und Inspirierendem sowie nach Sicherheit und Balance streben. Wie unsere individuelle Mischung ist, hängt von deinem Geschlecht, deinem Alter, individuellen Präferenzen, deine Aktivität, deiner Ernährung und anderem mehr ab.

Unsere Hormone verändern sich und auch unsere Präferenzen verändern sich und zwar mit dem Lebensalter. Aber auch durch bestimmte Ernährungsformen oder Aktivitäten. Ein bisschen ist es Schicksal. Ein bisschen kannst du Einfluss darauf nehmen!

Man hat bei Frauen, die Karriere machen, in Studien einen höheren Testosteronspiegel gefunden.

Die Frage ist dabei: Was ist Ursache und was Wirkung? Hatten die einen höheren Testosteronspiegel schon vorher oder ist er Nebeneffekt der Karriere?

Ich kann nur von mir berichten. Als ich je meine Kinder voll gestillt habe, war ich sehr im Oxytocinrausch. Und mit Dominanz und in den Mittelpunkt stehen und wieder Trainings geben hatte ich erst mal wenig am Hut. Ich musste da jedes Mal richtig wieder reinwachsen und wenn ich das dann doch wollte. Es hat mich Überwindung gekostet, aber es wurde auch wieder leicht und schön. 

Was ich dir damit sagen will: so ist es auch mit deinem Sprechen, Auftritt und im Mittelpunkt stehen.

Je mehr du es tust, desto leichter wird es. Sei es, weil du diese Transmitter stimulierst oder einfach, weil es eine Gewohnheit wird.

Du kannst einiges dafür tun, mehr deine dominante Seite zu stimulieren (durch Ernährung, Sport etc.) Das kannst du z.B. nachlesen im Buch "Körpereigene Drogen". Sehr spannend. 

Was ich mit meinen Kundinnen mache, sind Übungen um mehr in eine extrovertierte Energie zu kommen.

Und ich arbeite mental mit ihnen und das ist der zweite Punkt den ich dir heute erläutern will. Die psychologische Seite der Fragestellung.

Dominanz, die du ablehnst, arbeitet im Untergrund gegen dich

Inspiriert hat mich dazu ein Buch von Maja Storch.

Ich habe viele Bücher von ihr zum Thema Embodiment gelesen und bin im Zuge dessen auf folgendes gestoßen: Die Sehnsucht der starken Frau nach dem starken Mann. Im Grunde geht es da um Psychoanalyse und Beziehung und dafür bin alles andere als ein Profi aber sie hat mir wirklich ein paar Antworten auf unsere Fragestellung geschenkt, die ich hier mit dir teile:

Sie schreibt: 

„Zeige mir die Menschen, die dich so richtig in Rage bringen, und ich zeige dir deinen Schatten.“

Wir leiseren, introvertierten Menschen lehnen die extrovertierten Rampensäue doch oft ab. Arme Sau! Kann man da nur sagen. Die sind nun eben auch einfach mal wie sie sind, die können auch nix dafür.

Wir lehnen diesen Teil dann aber auch in uns ab – und er kann gar nicht wachsen! Armes wir!

Und sie schreibt auch 

„Wer die Theorie der Schattenprojektion für sich akzeptiert, kann nie wieder in Ruhe hassen.“

Also, wenn du als eher introvertierter Menschen, die bösen extrovertierten und Rampensäue weiterhin ablehnen willst, darf du nicht weiterhören. Ansonsten spitz die Ohren.

Meine These: 

Du bist so lange in der Ambivalenz, solange du eben deine eigenen dominanten Anteile ablehnst.

Du kannst nicht mächtig sein, solange du Macht ablehnst. Rebekka Reinhard schreibt dazu (von mir verkürzt wiedergegeben): 

„Macht ist an sich weder gut noch schlecht... Es geht auf die Worte machen und können zurück und stellt nur eine Disposition dar. Eine Fähigkeit, die Potenz, Einfluss zu nehmen und etwas zu bewirken.“

Es geht erst mal nicht um Machtausübung. Und schon gar nicht ums wie.

Wenn du es ablehnst, hast du eine Aufgabe: dich dem Schatten (der auch Teil deines Wesens ist) zu stellen. 

Ich glaube, dass Sprechen vor Anderen, Präsentieren, wirklich die Transformation deiner Persönlichkeit unterstützt. Aber nur, wenn du eben bereit bist hinzuschauen.

Hier ein paar Anregungen.

1. Denke an all die Menschen, die du erlebt hast auf einer Bühne und im Mittelpunkt, die du ablehnst. Welche Eigenschaften leben sie? Was genau stört dich an ihnen? Sammle deine Antworten minutiös.

2. Welche dieser Eigenschaften hast du selbst und wann hast du sie gelebt? (Wann nicht?) Warum nicht? (Oft sind es innere Antreiber, die wir als Kind erlernt habe, weswegen wir Anteile von uns unterdrücken).

Sowas wie "mach es allen recht", "sei lieb" usw. Da passt dominantes Verhalten natürlich nicht so dazu.

3. In welchen Kontexten könntest du ab jetzt diese Eigenschaften leben? Mit welcher fängst du an? Heute? Jetzt?

4. Frieden machen: Was kannst du Gutes an diesen Menschen sehen? Was an ihnen mögen? Es geht darum im Außen Frieden zu finden, um in Inneren auch dazu zu kommen.

Ein Beispiel:

Wenn du laute Menschen bisher abgelehnt hast, wie meine Kundin, doch gleichzeitig willst du selbst lauter werden, um Gehör zu finden, dann frage dich 

1. Was stört dich am laut sein? Was an diesen Menschen, die du ablehnst?

2. Wo hast du selbst eine laute Seite und lebst sie? Wo willst du sie eigentlich leben, tust es aber nicht? Warum nicht?

3. Wo könntest du diese Seite jetzt schon leben?

4. Was magst du an diesen lauten Menschen von 1. doch?

Es geht also darum, diese Facette in dir selbst du entdecken und anzunehmen und in dem Maß zu leben, was für dich passt. Gib ihnen einen Raum.

Ein paar Ideen hab ich dir gegeben, wie du das selbst auflösen kannst. Wenn du es schnell und effektiv mit einem Partner angehen magst, komm zu mir ins Auftrittscoaching. Damit du das nächste Mal frei und ohne Ambivalenzen auf deine Bühne gehen kannst. Denn dann hast du ganz klar mehr Energie für deine Bestleistung übrig.

Über deine Bewertung auf Itunes freu ich mich sehr. Ebenso über dein Feedback und deine Erfahrung mit Dominanz. 

Und ansonsten bis zum nächsten Mal! 

zeig dich & sprich!

deine Steffi

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Wer ist Steffi Schwarzack?

Ich bin Steffi und unterstütze UnternehmerInnen & Führungskräfte bei ihren Auftritten.

Meine KundInnen haben eine Mission und wollen mit einem innen wichtigen Thema mehr Menschen erreichen. Sie wollen wirklich berühren und bewegen, statt nur die Show einer Rampensau abzuziehen. Sprechen ist ihr Mittel zum Zweck nicht das Ziel.

Gemeinsam erarbeiten wir ihre  Auftrittsstrategie von der Idee bis hin zur wirkungsvollen Performance.

Seit über 20 Jahren arbeite ich mit Menschen an deren Auftritt, Stimme und Wirkung. Mein Herz schlägt für die stillen Leidenschaftlichen, die viel zu geben haben, sich aber noch zurückhalten. Das Motto dabei: zeig dich und sprich! Denn die Welt braucht deine Stimme!

Dein Kontakt zu mir

Steffi Schwarzack

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